Aktivitäten - Reisen

 "Ich glaube, dass das Reisen eine unserer größten Glücksphantasien ist." (Alain de Botton, Schriftsteller und Philosoph)

"Warum reisen wir? Damit wir noch einmal erfahren, was uns in diesem Leben möglich ist." (Max Frisch, Tagebuch 1946-49)

Sahara
Marokko
Sri Lanka, Thailand
Peru
Frankreich
Schottland
Eire
Korsika
Pyrenäen
Italien
Spanien
Polen
Türkenland
Alemannien

Meine Sehnsucht, möglichst viel von dieser wunderbaren Welt zu erleben, das Wissen um ihre Gefährdung und das Bewußtsein, dass mir die eigene Zeit fort läuft, schaffen für mich ein Spannungsverhältnis, das oft schwer zu ertragen ist. Alles, was ich noch sehen möchte, werde ich nicht mehr sehen können!

Gereist bin ich, wann immer es möglich war; auf eigene Faust, von wenigen Ausnahmen abgesehen, und im Bemühen,ausgetretene touristische Wege zu vermeiden. Das ist manchmal nicht möglich.

Ich habe versucht, mich auf meine Reisen gut vorzubereiten: sprachlich, historisch und kulturell. Was ich nie mochte: in den Flieger ein- und tausende Kilometer entfernt aussteigen; das Erleben, mich meinem Ziel zu nähern, ist mir wichtig. Klar: nach Südostasien oder Südamerika muß man halt fliegen. Etliche Reisen habe ich per Bahn gemacht und bin auch 'vor Ort' mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs gewesen. Seit meiner Korsika- Tour auf dem GR20 bin ich ein Fan von Langstrecken- Wanderungen. 

 
Begonnen hat es mit der Reiselust ganz simpel: es waren mehrtägige Klassenausflüge, ins Weserbergland, in den Harz, nach Berlin; übernachtet wurde in der Jugendherberge - nichts Aufregendes also. Aber: für einige Tage war ich fort von zuhause, raus aus der Routine, der Fürsorge der Eltern entzogen. Das hat dann wohl das Gefühl von Freiheit gebracht!



Vielleicht stecken manchem von uns noch die nomadisierenden Vorfahren im Blut - mir auf jeden Fall! - oder es liegt an unserer durch und durch geregelten Lebensweise, unserer schematisierten Zivilisation, der auf Effizienz getrimmten Arbeitswelt: der Aufbruch zu einer Reise lässt mir die Endorphine (die 'körpereigenen Belustigungsstoffe') in Wallung geraten.

Im VW-Bus lief dann immer ein bekannter Song von Canned Heat im Kassettenrecorder und im Anschluß daran ein geradezu unerhörter Schmachtfetzen - aber dieses Ritual gehörte zu jeder Abreise dazu.

Freiburg, Winter 1975: Abfahrt zur zweiten Sahara- Reise - es geht nach Algerien.


 

 

So richtig begannen meine späteren Reisen unter ökonomisch schon etwas gesicherteren Bedingungen während des Psychologie- Studiums 1971 mit einer tollen Tour nach Cornwall und Devon, überwiegend noch 'per tramp' und mit einem winzigen Zelt; später folgten Reisen nach Schottland und Wales im ersten VW- Bus.

Meiner damaligen anglophilen Partnerin verdanke ich, meine vorher etwas einseitige Orientierung auf Frankreich und die mediterrane Welt in Richtung United Kingdom und Irland ausgeweitet und mein Englisch deutlich verbessert zu haben - und noch einiges mehr!



Schottland
ist eines meiner Traumziele geworden; grandiose Landschaften, für mich ungewohnte Einsamkeit, rauh, wild, eine bedrückend düstere Geschichte - und dieser Himmel! So rasch die Wolken wechseln von finster zu strahlender Bläue, so schnell kann kein Mensch seine Laune ändern. Nicht einmal Regen oder Sturm drücken die Stimmung, weil Du weisst: bald wird es wieder ganz anders sein!

Nach Schottland- Reisen '73 mit Inge, '83 solo und '93 mit Britt wäre eigentlich 2003 wieder dran gewesen - aber da bin ich mit einer anderen Inge in die Estremadura gereist.

Ich werde wiederkommen - sub conditione jacobea - heißt: "so Gott will und ich lebe", eine nette Formel aus dem Mittelalter. :-))



Mein 'Projekt', vom Atlantik bis zum Mittelmeer die Pyrenäen über den französischen GR10, den spanischen GR11, über HRP ('Haute Route Pyrénéenne') und ARP ('Alta Ruta Pirinaica') zu überqueren, habe ich am 11. August 2011 in Banyuls beendet. Start in Hendaye war 1997, jährliche Etappen 1998 und 1999 (2mal) folgten, dann ging es von 2007 bis 2009 weiter, 2010 war wieder Pause. Ich bin nicht gradlinig die kürzeste Route gegangen, sondern besonders reizvollen Zielen gefolgt.

Die höchsten Gipfel habe ich bestiegen, in Refuges, im Zelt und in Schutzhütten geschlafen, Glücksmomente angesichts der Schönheit und Größe der Natur ebenso erlebt wie Angst, Versagen und eigene Schwäche, auch einen schweren Sturz, Enttäuschung und Schmerzen.

Von allen meinen Reisen bis heute war diese die größte!

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